K.O.-Tropfen sind ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher schnell betäubend wirkender Substanzen (sowohl rezeptpflichtige Medikamente als auch illegale Mittel vom Schwarzmarkt). Heimlich in ein Getränk gegeben, werden die Präparate, deren Palette von Schlaf- und Beruhigungsmitteln bis hin zu Psychopharmaka reicht, sehr gezielt eingesetzt: sie sollen Mädchen und (junge) Frauen betäuben und willenlos machen, um sie anschließend zu vergewaltigen. K.O.-Tropfen sind geruch- und farblos. Je nach Substanz können sie auch geschmacksneutral sein.

Im Wesentlichen bestehen K.O.-Tropfen aus Benzodiazepinen, Barbituraten (Beruhigungs- und Schlafmitteln) und Chloralhydrat. Meist werden solche Tropfen verwendet, die unauffällig verabreicht werden können, sehr rasch wirken und eine psychovegetative und motorische Dämpfung mit nachfolgender Erinnerungsstörung für die Zeit ab der Einnahme verursachen. Zusammen mit der Einnahme von Alkohol wird die Wirkung verstärkt.

Grundsätzlich unterliegen die als K.O.-Tropfen in Betracht kommenden Psychopharmaka und Narkotika einer Rezeptpflicht. Ein missbräuchlicher Bezug oder ein missbräuchlicher Einsatz kann dadurch natürlich nicht verhindert werden.

Der Sonderfall Gammahydroxybutyrat (GHB) ist als Arzneimittel zu Injektionszwecken auf dem Markt und unterliegt der Rezeptpflicht. Sie wird aber, meist als wasserklare, geruchlose Flüssigkeit, im Internet (über Internetanbieter für Bodybuildingbedarf und aus der Technoszene) und in der Drogenszene unter dem Stichwort „Liquid- Ecstasy" angeboten.
Oft werden die Substanzen den Opfern, häufig an öffentlichen Orten wie etwa in Diskotheken oder Kneipen, in einem unbeachteten Moment ins Getränk gemischt.

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