Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Belästigung sind extreme Formen der Machtdemonstration von Männern und Gewaltverbrechen, bei denen Sexualität als Mittel zum Zweck der Demütigung und Unterwerfung eingesetzt wird.

Für jede Frau und jedes Mädchen ist eine Vergewaltigung/sexuelle Nötigung eine der massivsten Verletzungen ihrer Persönlichkeit, eine Traumatisierung. Während der Tat erleben sich die Frauen als erniedrigt, wertlos und ohnmächtig. Sie stehen (Todes-) Ängste aus und können nicht glauben, realisieren, was ihnen gerade geschieht. Das Vertrauen in das eigene Urteils-, Reaktions- und Handlungsvermögen wird im Kern erschüttert. Der Glaube an die persönliche Sicherheit und die eigene Unverletzlichkeit geht verloren. Wenn der Vergewaltiger der eigene Partner oder ein Freund ist, ist das Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit noch schwerer erschüttert, weil es unvorstellbar ist, von einem vertrauten Menschen derart verletzt zu werden. Viele Frauen schämen sich für das, was ihnen angetan wurde, obwohl sie keine Schuld daran tragen. Es hat allerdings zur Folge, dass es ihnen oft schwer fällt mit dieser Tat an die Öffentlichkeit zu gehen, sich zum Beispiel professionelle Unterstützung zu suchen oder auch die Tat anzuzeigen. Mittlerweile hat der Gesetzgeber Vergewaltigung in der Ehe als Straftatbestand im Strafgesetz mit aufgenommen.