Sexualisierte Gewalt hat viele Gesichter. Als Ausdruck vornehmlich männlicher Macht zeigt sie sich z. B. in Form von:

  • ausziehenden und taxierenden Blicken
  • anzüglichen Bemerkungen
  • pornographischen Darstellungen und frauenfeindlicher Werbung
  • ungewollten Berührungen
  • jeglichen ungewollten sexuellen Handlungen
  • analer, oraler und vaginaler Vergewaltigung durch egal wen.

 

Sexualisierte Gewalt ist eine extreme Form einer Machtdemonstration, in der Sexualität das Mittel zur Unterwerfung und Demütigung ist. Alle Mädchen und Frauen können davon betroffen sein, unabhängig von ihrem Alter, ihrem Aussehen oder ihrem Verhalten. Es gibt viele Vorurteile und Mythen über sexualisierte Gewalt. So stimmt es z. B. nicht, dass aufreizend bekleidete Mädchen und Frauen besonders gefährdet sind, was ihnen häufig zum Vorwurf gemacht wird. Es ist vielmehr nachgewiesen, dass Täter sich eher daran orientieren, wo ihnen am wenigsten Widerstand entgegen gesetzt wird.

Sexualisierte Gewalttaten werden selbst heute noch gesellschaftlich verleugnet, bagatellisiert und individualisiert. Die Täter- und Opferrolle werden zugunsten des Täters verkehrt. Das führt dazu, dass Mädchen und Frauen immer wieder mit Unglauben, Ablehnung, Schuldzuweisungen und Stigmatisierungen konfrontiert sind und somit vielfach ein zweites Mal zum Opfer werden.

Sexualisierte Gewalt zu erleben ist für die meisten Mädchen und Frauen eine traumatische Erfahrung, die vielfältige Folgen haben kann. Wenn die Seele das Trauma nicht verarbeiten kann und Mädchen oder Frauen keine Unterstützung bekommen, können unterschiedliche Traumafolgestörungen, wie z. B. die Posttraumatische Belastungsstörung entstehen.